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Ansturm auf neue Formen des Lernens

In Nordrhein-Westfalen hat gestern die Schule nach den Sommerferien wieder begonnen. An 42 Orten öffneten neue Sekundarschulen erstmals ihre Pforten, auch die Gesamtschule erlebt ein Comeback. Beim bekenntnisorientierten Islamunterricht läuft dagegen noch nicht alles rund. 42 neuartige Sekundarschulen sind gestern an den Start gegangen. Dort sollen alle Schüler zumindest in den Klassen 5 und 6 gemeinsam unterrichtet werden. Mit der neuen Schulform, die neben Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen tritt, reagiert die Politik auch auf den starken Rückgang der Schülerzahlen an den Hauptschulen.

Die Schulform wird angenommen: Regelrecht überrannt wurde die Sekundarschule in Werne, die erste ihrer Art im Kreis Unna. 150 Anmeldungen lagen für die neue Schulform vor, die in der Stadt Haupt- und Realschule ersetzt. 148 Kinder begannen schließlich gestern in sechs Klassen. Die Marga-Spiegel-Schule ist damit eine der größten Sekundarschulen in NRW – und nach Angaben der Werner Schuldezernentin Elke Kappen „eine der wenigen Schulen, die ihr Versprechen, keine Klasse mit mehr als 25 Schülern zu bilden, einhalten kann".

 
Schulformübergreifenden Unterricht gibt es aber auch an anderer Stelle in NRW: 20 neue Gesamtschulen begannen gestern mit dem Unterricht – und auch die 2011 eröffneten zwölf Gemeinschaftsschulen werden als Schulversuch fortgeführt. Die erste städtische Gesamtschule ging gestern in Münster mit 115 Schülern an den Start. Pädagogisch geht sie neue Wege: Es gibt Lernbüro-Stunden, in denen die Kinder selbstständig arbeiten sollen. Die Schüler führen ein Logbuch, in dem sie ihre Lernziele für jede Woche festlegen. Hausaufgaben sind Schulaufgaben, die in den Lernzeiten erledigt werden.

Eltern begrüßen die Alternative 
 
Auch die Sekundarschule im münsterschen Stadtteil Roxel öffnete gestern ihre Pforten. Sie wird nach und nach die Haupt- und Realschule vor Ort ablösen. Ab diesem Schuljahr nehmen diese beiden Schulen keine neuen Schüler mehr auf. Viele Eltern begrüßen die Alternative: „Wir haben uns überlegt, was das Beste für unseren Sohn ist. Er hatte eine Empfehlung für die Hauptschule, aber die kam für uns gar nicht in Frage", sagt Kornelia Nimz aus Münster. „Deswegen kamen wir auf die Sekundarschule. Ich glaube, dass das längere gemeinsame Lernen den Kindern viel bringt."
 
Das glaubt auch Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Bei der Eröffnung der Gesamtschule Greven sagte sie gestern: „Wir wollen die gute Bildung unserer Kinder von der sozialen Herkunft abkoppeln. Das soll mit der Sekundarschule und der Gesamtschule gelingen."
 
Neu ist auch der islamische Religionsunterricht, den NRW als erstes Bundesland eingeführt hat. Zunächst wird es diesen Unterricht nur an 44 Grundschulen im Land geben, da erst 40 Lehrer für das Fach weitergebildet wurden. Bis genügend für den bekenntnisorientierten Islamunterricht ausgebildete Religionslehrer an die Schulen kommen, wird noch einige Zeit vergehen. Zudem fehlt noch ein Lehrplan. Er soll bis zum kommenden Sommer vorliegen. Auch die neuen Lehrmaterialien sind erst teilweise fertig.
 

Der Anfang ist bescheiden, aber für eine bundesweite Vorreiterrolle soll er allemal reichen. „Mit diesen Schwierigkeiten des Anfangs müssen wir leben", sagte Löhrmann. Man gehe „planvoll und schrittweise" vor.

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